Die Forderungen von „Lebensraum Rotten“

1) Mehr Raum für die Rhone: An der Rhone soll eine Folge von grossen Flussraumaufweitungen an Schlüsselstellen umgesetzt werden. Deshalb ist der vom Synthesebericht (Kanton Wallis 2000) und vom Sachplan (Kanton Wallis 2005) vorgesehene Rhone-Freiraum teilweise nicht ausreichend. Siehe Broschüre „Unser Rotten“

2) Mehr Dynamik für die Rhone:
Der Rhone wird überall wo möglich ihre natürliche Eigengestaltung zurückgegeben. Dort soll sie selbstständig ihr Ufer und ihre Sohle gestalten. Das erhöht nicht nur den ökologischen Wert des Flusses, sondern bedeutet auch eine massive Erhöhung der Hochwassersicherheit.

3) Die Vernetzungskorridore in der Ebene stärken: Die Biotope entlang der Rhone werden wieder miteinander vernetzt. Die Forderungen und Vorschläge des Kantonalen Vernetzungskonzepts (siehe links) sollen umgesetzt werden. Dazu gehören auch die Aufweitung und Revitalisierung der Zuflüsse und Kanäle in der Ebene sowie die Anbindung der nahe liegenden Wälder an die Rhone.

4) Natürliches Abflussregime fördern: Zur Eindämmung der unnatürlichen Wasserschwankungen soll das Wasser aus den Stauseen kontinuierlich in die Rhone zurückgegeben werden. Ein natürliches Abflussregime hilft die Wasserqualität zu steigern und dient der Arterhaltung und Etablierung typischer Pflanzen und Tiere von Flusslandschaften.

5) Wasserqualität und Selbstreinigungspotenzial fördern: Natürliche Flussabschnitte mit breiten Uferstreifen und Pufferzonen sollen helfen, den Eintrag und Abbau von Nähr- und Schadstoffen besser in den Griff zu kriegen.

6) Erholungs- und Erlebnisräume schaffen: In den entstehenden Naturräumen erleben die Menschen die Vielfalt der Natur und können sich erholen. Die Erschliessung dieser Räume soll vor allem durch den öffentlichen Verkehr erfolgen. In den Kerngebieten soll der Langsamverkehr (Fussgänger, Velo etc.) die tragende Rolle übernehmen.

7) Alle Interessengruppen einbeziehen: Zu Beginn jeder Projektphase sollen alle beteiligten Interessengruppen zur Mitarbeit eingeladen werden. Mögliche Konflikte sollen so frühzeitig gelöst werden.

Gesetzliche Grundlagen

Gewässerschutzgesetz (Art. 1 und 29-38)
Wasserbaugesetz (Art. 3, 4, 7)
Natur-& Heimatschutzgesetz (Art. 18, 21)
- Auenverordnung (Art. 4)
- Fischereigesetz (Art. 7-10)
- Raumplanungsgesetz (Art. 3, 17)
- Waldgesetz (Art. 3)

Diese Forderungen stützen sich direkt auf die Bundesverfassung (BV Art. 73: Nachhaltigkeit, Art. 76: Wasser, Art. 79: Fischerei und Art. 104b: Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen).