Das Naturpotenzial der Rhone

Ein natürlicher, lebendiger Fluss mitsamt seinen Ufern bietet zahlreichen Pflanzen- und Tierarten ein Zuhause. Für Tiere dient er als Zufluchtsort, Durchgangsmöglichkeit und Ausbreitungsweg. Die wenigen in der Schweiz verbleibenden Auenlandschaften zählen zu den artenreichsten Ökosystemen. Mehr als 1500 Pflanzenarten – etwa die Hälfte der einheimischen Flora – und unzählige Tierarten leben in Auengebieten. Intakte Auen stehen in enger Beziehung zu ihrem Fliessgewässer und benötigen ein natürliche Überflutungsdynamik.

 

Eine natürlichere und weniger eingedämmte Rhone könnte zu einem ganz besonderen Ort für Biodiversität (siehe nebenstehenden Führer), Freizeit und Erholung werden. Die Ufergebiete böten einen vielfältigen Kontakt mit der Natur und gleichzeitig ideale Möglichkeiten zum Auftanken von Lebensenergie.

Das Kantonale  Vernetzungskonzept (REC) präsentiert ein Inventar der letzten heute vorhandenen natürlichen Werte des Lebensraum Rhone für die einzelnen Flussabschnitte. Es bietet eine Strategie für den Schutz, die Entwicklung und die Vernetzung der Naturräume. Zu diesen Werten zählen ...

Der Naturpark Pfyn/Finges ist ein Auengebiet und Föhrenwald von nationaler Bedeutung. Er umfasst die grössten Föhrenwälder der Schweiz und eine unglaubliche Vielfalt an Lebensräumen. Auf diesem Abschnitt von 7 km ist die Rhone frei und wild.

Das kantonale Schutzgebiet Poutafontana ist ein Feuchtgebiet und Amphibienlaichplatz von nationaler Bedeutung. Das Gebiet ist als einer der letzten grossen Feucht- und Moorstandorte ein sehr wichtiger Naturwert im Rhone-Tal.

Der Talhang Les Follatères am Rhone-Knie ist klimatisch gesehen die Grenze zwischen dem feuchten Klima der Alpen am Genfersee und dem trockenen Klima des Zentralwallis. In der Talebene bilden Les Etangs du Rosel einen der letzten – einstmals sehr weiträumigen – wertvollen Feuchtgebietsstandorte. Das Naturschutzgebiet ist ein Amphibienlaichplatz von nationaler Bedeutung.

Les Rigoles de Vionnaz ist ein Flachmoor von nationaler Bedeutung. Es ist das nährstoffärmste Moor der ganzen Rhone-Ebene und bietet Unterschlupf für wertvolle und seltene Arten von Hochmoorstandorten.

 Les Iles des Clous und Les Grangettes sind Auengebiete von nationaler Bedeutung. Die auentypische Vegetation bei Iles des Clous besteht zu 93 Prozent aus Hartholzauen. Hartholzauen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas.
Les Grangettes hat eine aussergewöhnliche Bedeutung als Rast- und Überwinterungsplatz für Zugvögel und als Brutort bedrohter Vogelarten. Altwässer der Rhone, Schilfbestände und Riedgesellschaften, Moore sowie uferbegleitende Feuchtwälder und Auenstandorte prägen das Landschaftsbild.

Der Flussführer (Download)

Im Rhone-Tal gibt es drei Naturräume, die vom WWF Schweiz zu Smaragdgebieten nominiert wurden:

- Pfyn/Finges
- Fully
- Les Grangettes